Militärische Fachbegriffe verständlich gemacht

(auch für Journalisten)

Bei der Berichterstattung über internationale Konflikte kommt es ab und an zum falschen Gebrauch von Fachbegriffen, den man ohne große Mühen vermeiden kann. Hier einige der häufig auftretenden Fehler:

  • Es gibt Kampfpanzer, Schützenpanzer und Panzerhaubitzen. Nur das militärisch geschulte Auge kann die vielen Varianten auseinanderhalten. Mit dem Begriff Gefechtsfahrzeuge liegt man nicht falsch.

  • Soldaten tragen selten Maschinengewehre mit sich herum; in den meisten Fällen handelt es sich um Sturmgewehre oder Maschinenpistolen. So ist beispielsweise die AK 47, eine Standardwaffe in nahezu allen aktuellen Konflikten, nicht ein Maschinen- sondern ein Sturmgewehr. Der Begriff automatische Waffen trifft, mit Ausnahme von Pistole und Revolver, auf alle militärisch genutzten Handfeuerwaffen zu.

  • Nicht nur Amerikaner und Briten verfügen über eine Spezies Soldaten, die in Deutschland weniger bekannt ist: (Royal) Marines. Dabei handelt es sich nicht um Marinesoldaten, denn diese sind an Bord eines Kriegsschiffe tätig. Bei den Marines handelt es sich um Marine-Infanterie, die von See her (mit Landungsboot oder Hubschrauber) zum Kampf an Land gebracht wird. Die Bundeswehr hat keine Marine-Infanterie.

  • Bei Flugzeugen und Hubschraubern unterscheidet man im Prinzip zwischen Kampf-Flugzeugen/Hubschraubern und Transport- bzw. Unterstützungs-Flugzeugen/Hubschraubern.

  • Es gibt Fallschirmspringer auch in der Bundeswehr! Die Spezialtruppe, die aus militärischen Gründen aus Flugzeugen springt, heißt Fallschirmjäger. Die leichten Infanteriekräfte des Heeres bilden die Jäger, Gebirgsjäger und Fallschirmjäger.

  • Zivilgesellschaft? Soll der Begriff im Gegensatz zur Militärgesellschaft stehen? Der englische Begriff der civil society (nicht civilian society!) ist mit Bürgergesellschaft zu übersetzen.

  • Zu Zeiten des Kalten Krieges gehörten die "blauen Jungs" der Bundeswehr in der Tat zur Bundesmarine. Seit der Wiedervereinigung heißt die Teilstreitkraft Deutsche Marine.

Bei Fragen/Anregungen wenden Sie sich bitte an die Redaktion unter griephan [at] dvvmedia.com

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