Joint Venture von Ferrostaal und Rheinmetall: „Rheinmetall International Engineering“ geht an den Start

Die Düsseldorfer Rheinmetall und die Essener Ferrostaal haben jetzt die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens Rheinmetall International Engineering vollzogen. Die erforderlichen Zustimmungen der Wettbewerbsbehörden wurden im Dezember 2013 erteilt. Im September 2013 hatten Rheinmetall und Ferrostaal die Gründung des Joint Ventures bekannt gegeben, an dem beide Gesellschaften mit jeweils 50 Prozent beteiligt sind.

Rheinmetall International Engineering wird als Generalunternehmer oder Unterauftragnehmer Industrieanlagen aus einer Hand planen und umsetzen. Der Hauptstandort von Rheinmetall International Engineering ist Geisenheim (Hessen). Das Unternehmen startet mit rund 200 Mitarbeitern, bisher hauptsächlich Beschäftigte der Ferrostaal Industrieanlagen.

Mit dem neuen Gemeinschaftsunternehmen beabsichtigt Rheinmetall die Internationalisierung seines Defence-Geschäfts vor allem in Märkten, zu denen das Unternehmen zuvor nur eingeschränkten Zugang hatte, zu beschleunigen. Die Verzahnung der Vertriebsnetzwerke beider Unternehmen soll – insbesondere mit Blick auf staatliche Auftraggeber – einen breiten Marktzugang sicherstellen, wobei als Zielmärkte neben der MENA-Region vor allem auch Länder in Asien und Südamerika gesehen werden. So verbindet Ferrostaal mit dem Joint Venture eine deutliche Steigerung der Geschäftsaktivitäten in diesen Regionen. Das gilt auch für das traditionelle Öl- und Gas-Geschäft, welches Ferrostaal mit der Organisation der Ferrostaal Industrieanlagen in das Joint Venture einbringt.

Rheinmetall verspricht sich aus diesem Joint Venture die Möglichkeit, sein breites wehrtechnisches Produktportfolio in Kombination mit dem schlüsselfertigen Aufbau lokaler Produktionsstätten zu vermarkten. Diese Ausrichtung folgt dem Trend, dass der Aufbau von inländischen Infrastrukturen bei den internationalen Kunden gegenüber dem klassischen Import von Rüstungsgütern weiter an Bedeutung gewinnt.

So wird es mit der neuen Rheinmetall International Engineering möglich, Investitionsvorhaben auch im Bereich der Militärausrüstung von einem erfahrenen und führenden wehrtechnischen Anbieter aus einer Hand zu realisieren. Im Bereich des Anlagenbaus profitiert das Gemeinschaftsunternehmen dabei insbesondere von dem Know-how und der internationalen Erfahrung, die Ferrostaal Industrieanlagen in die Gesellschaft einbringt, und zwar vor allem in den Bereichen Projektmanagement, Projektentwicklung, EPC-Contracting (Engineering, Procurement, Construction) und Fertigungsplanung.

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